Server und externes Sicherungsmedium für die Datensicherung in einer Tierarztpraxis 27.09.2026

easyVET-Datensicherung: Wenn perfekt zu kompliziert ist

Die Empfehlung kennen Sie wahrscheinlich: täglich sichern, Kopien getrennt aufbewahren, Wiederherstellung testen. Trotzdem bleibt die Festplatte in der Schublade. Erst war die Sprechstunde zu voll, dann war die zuständige Mitarbeiterin im Urlaub, und irgendwann weiß niemand mehr, wann die letzte Sicherung stattgefunden hat.

Solange die Sicherung davon abhängt, dass jemand daran denkt und jeden Schritt von Hand ausführt, werden selbst strenge Sicherungsvorgaben im Alltag oft nur selten oder gar nicht umgesetzt. Deshalb automatisiere ich die Datensicherung für meine Kunden: damit die regelmäßige Sicherung möglichst wenig Aufmerksamkeit im Praxisalltag verlangt. Wenn Sie diesen Ablauf für Ihre Praxis einrichten lassen möchten, sprechen Sie mich an.

Dieser Artikel richtet sich an Praxisinhaber, bei denen genau das passiert. Er beschreibt einfache Abläufe je Praxisgröße, die auch an einem vollen Freitag noch durchgeführt werden. Eine Sicherung, die tatsächlich stattfindet, ist der Ausgangspunkt. Wie weit sie trägt und welches Risiko bleibt, gehört ehrlich dazu.

Er richtet sich an Praxisinhaber und Praxismanager, nicht an IT-Personal. Wenn Sie die technischen Details brauchen, lesen Sie den technischen Artikel zur easyVET Datensicherung.

Geltungsbereich: lokal installiertes easyVET (On-Premise). Bei Cloud-Produkten von VetZ ist die Verantwortung anders verteilt.


Zuerst die Geschäftsfrage, dann die Technik

Vor der Auswahl der Technik stehen zwei unterschiedliche Risiken: vorübergehend ohne easyVET arbeiten zu müssen und Behandlungsdaten dauerhaft zu verlieren.

Wie viel Ausfallzeit und Datenverlust eine Praxis verkraftet, hängt von ihren Abläufen ab. Die Zahl der Arbeitsplätze dient hier als Orientierung.

An einem Tag ohne easyVET fehlen Terminplanung, Patientenakten, Behandlungshistorie und Abrechnung gleichzeitig. Eine grobe Schätzung des verlorenen Umsatzes können Sie selbst berechnen: Jahresumsatz geteilt durch Arbeitstage, davon der Anteil, den Sie nicht nachholen können. Das sind noch nicht die gesamten Ausfallkosten: Personal und Miete laufen weiter, hinzu kommen etwa externe IT-Hilfe und das Nacharbeiten verlorener Dokumentation.

Für die Planung braucht Ihr IT-Dienstleister deshalb zwei Antworten von Ihnen:

  1. Wie viele Stunden oder Tage kann Ihre Praxis ohne easyVET arbeiten?
  2. Wie viele Stunden oder Tage Datenverlust wären noch akzeptabel?

Was die Cyberversicherung damit zu tun hat

Cyberversicherer können konkrete Anforderungen an die Datensicherung stellen. Welche gelten, hängt vom jeweiligen Vertrag ab:

Maßgeblich sind die Angaben im Antrag, die vereinbarten Versicherungsbedingungen und die dort festgelegten Sicherheitsmaßnahmen.

Eine Sicherung ausschließlich auf demselben Server schützt nicht vor dessen vollständigem Verlust. Ein dauerhaft verbundenes NAS im selben Raum deckt ebenfalls nicht alle Szenarien ab. Dabei sind zwei Schutzmaßnahmen zu unterscheiden: Eine Kopie außer Haus schützt vor dem Verlust des Standorts durch Feuer oder Diebstahl. Eine offline aufbewahrte oder wirksam gegen Änderungen geschützte Kopie schützt vor dem Überschreiben durch Schadsoftware. Ein entferntes, aber mit kompromittierten Zugangsdaten erreichbares Ziel bietet diesen Schutz nicht automatisch.

Ein verschlüsselter, abgezogener Datenträger außer Haus kann beide Zwecke erfüllen. Ob sein Sicherungs- und Wechselrhythmus die Versicherungsbedingungen erfüllt, muss gesondert geprüft werden. Beispielsweise beschreibt Hiscox konkrete Anforderungen an Offline- oder unveränderbare Online-Sicherungen.


Welche easyVET-Datensicherung passt zu Ihrer Praxis?

Sicherungshäufigkeit und Wiederherstellungsablauf müssen zum akzeptablen Datenverlust und zur verkraftbaren Ausfallzeit passen.

Je mehr Menschen gleichzeitig von easyVET abhängen, desto größer sind häufig die Folgen eines Ausfalls. Mit der Praxis muss deshalb auch der Ablauf wachsen: vom festen Handgriff des Inhabers zur überwachten Sicherung durch einen Dienstleister.

Tägliche Sicherungen bleiben die Empfehlung, bei geringer Datenverlusttoleranz auch häufiger. Die wöchentlichen beziehungsweise zweimal wöchentlichen Abläufe unten sind ein bewusster Kompromiss für kleine Praxen, die bisher keine verlässliche Routine haben. Sie bieten weniger Schutz und ersetzen keine Hersteller- oder Vertragsvorgaben. Wer den möglichen Datenverlust nicht verkraften kann, braucht von Anfang an kürzere Intervalle – auch für die geschützte Kopie außer Haus.

PraxisgrößeTypische InfrastrukturEinfacher EinstiegSinnvoller AusbauVerantwortung
1 Arbeitsplatzein PC mit easyVET und Datenbankfester wöchentlicher Sicherungstermin + Kopie offline außer Haustäglich automatisch, 3-2-1 vollständigInhaber, punktuelle IT-Hilfe
2–3 Arbeitsplätzeein Haupt-PC, faktisch Serverzwei feste Sicherungstermine pro Woche + Kopie offline außer Haustäglich automatisch auf NAS, überwachte Auslagerungbenannte Person + Vertretung, externe IT-Hilfe
4–10 Arbeitsplätzeeigener Serverautomatische nächtliche Sicherung + Offsite + Überwachunglokales Repository, VirtualisierungIT-Dienstleister mit Vertrag
Mehr als 10 Arbeitsplätzegeschäftskritische Infrastrukturprofessionelle Sicherung, Notfallkonzept, Restore-TestsVirtualisierung, Zweitsystemprofessioneller IT-Dienstleister

Lesen Sie Ihre Kategorie und die nächsthöhere: Sie zeigt, worauf Sie zusteuern, wenn die Praxis wächst.

Die klassische 3-2-1-Regel, die VetZ in einem eigenen Beitrag zur Datensicherung in der Tierarztpraxis beschreibt, steht dazu nicht im Widerspruch. Sie ist das Ziel und der Maßstab, an dem Sie einen IT-Dienstleister messen dürfen. Der Weg dorthin darf zur Größe der Praxis passen.

Damit aus dem Vorsatz ein Ablauf wird

„Wir müssen öfter sichern“ ist schnell gesagt. Im Alltag braucht es vier konkrete Vereinbarungen:

  • Ein fester Anlass: etwa freitags direkt nach dem Kassenabschluss. Tragen Sie die Sicherung in die vorhandene Abschlussliste ein, statt eine weitere Liste anzufangen.
  • Eine verantwortliche Person und eine Vertretung: mit Namen, auch für Urlaub und Krankheit. In einer Einzelpraxis übernimmt der Inhaber den Ablauf; für Abwesenheiten mit laufendem Praxisbetrieb muss die Vertretung geklärt sein.
  • Wenige Handgriffe: Datenträger anschließen, vorbereitete Sicherung starten, Ergebnis prüfen, Datenträger abziehen und mitnehmen. Die Besonderheiten der Datenbank soll ein einmal eingerichteter Ablauf übernehmen.
  • Ein sichtbarer Abschluss: Datum und Ergebnis notieren. Eine Fehlermeldung oder ein fehlender Eintrag bedeutet: Die Sicherung ist offen, und die zuständige Person kümmert sich darum. Ein verpasster Termin wird bei der nächsten Gelegenheit nachgeholt.

Hängen Sie diese kurze Anleitung an den Platz, an dem der Datenträger angeschlossen wird. Wenn jeder Lauf erst wieder eine technische Entscheidung verlangt, ist der Ablauf noch zu kompliziert.


Ein Arbeitsplatz

Ein Windows-PC, auf dem easyVET und Datenbank gemeinsam liegen. Keine feste IT-Betreuung, der Inhaber macht einen guten Teil selbst. Hier muss der Ablauf überschaubar bleiben: ein fester Termin, zwei beschriftete Datenträger und eine kurze Anleitung.

Ein Ablauf für Freitag

1. Die Sicherung einmal richtig einrichten lassen. Sie muss die Besonderheiten der easyVET-Datenbank berücksichtigen: Ein einfaches Kopieren der laufenden Datenbankdateien ist kein verlässliches Verfahren, auch wenn Windows dabei keinen Fehler meldet. Warum, steht im technischen Artikel. Lassen Sie sich einen vorbereiteten Ablauf mit einer verständlichen Erfolgsmeldung und einem Ansprechpartner bei Fehlern übergeben.

Erfasst werden müssen die vollständige easyVET-Installation und alle zugehörigen Daten, einschließlich separat gespeicherter Bilder, Dokumente und DICOM-Daten. Lassen Sie die tatsächlichen Speicherorte einmal prüfen. Nach einer ersten Vollsicherung können geeignete Verfahren nur die Änderungen sichern; entscheidend ist, dass sich der vollständige benötigte Stand wiederherstellen lässt.

2. Einen festen wöchentlichen Termin an den Praxisabschluss hängen. Beispielsweise freitags nach dem Kassenabschluss, mit genügend Zeit für den Sicherungslauf. Der Rechner bleibt eingeschaltet, bis die Sicherung beendet ist. Wenn Sie die Praxis freitags früher schließen, gehört die Sicherung zum früheren Abschluss.

3. Zwei verschlüsselte Datenträger im Wechsel, beispielsweise USB-SSDs. Beschriften Sie sie mit A und B und legen Sie den Wechsel fest:

Woche 1 → Datenträger A
Woche 2 → Datenträger B
Woche 3 → Datenträger A, ältere Sicherungsstände behalten

Beschriften und den letzten erfolgreichen Sicherungslauf kontrollieren. Ein Medium mit dem vollständigen Patienten- und Kundenbestand fällt unter die Anforderungen der DSGVO an die Datensicherheit. Bewahren Sie das Passwort beziehungsweise den Wiederherstellungsschlüssel sicher und getrennt vom Datenträger auf, so dass Sie auch nach dem Verlust des Praxis-PCs darauf zugreifen können.

Zwei Datenträger allein ergeben noch keine ausreichende Historie. Lassen Sie den Ablauf so einrichten, dass ältere Sicherungsstände für eine festgelegte Dauer automatisch erhalten bleiben. Dann müssen Sie freitags weder Ordner umbenennen noch entscheiden, welche Kopie gelöscht werden darf. Die Historie muss auch Fehler abdecken, die erst später auffallen. Hinweise dazu und zur sicheren Aufbewahrung der Schlüssel gibt das BSI im Datensicherungskonzept.

4. Ergebnis prüfen und die Kopie mitnehmen. Erst wenn der vorbereitete Ablauf Erfolg meldet, Datum und verwendeten Datenträger in der Abschlussliste notieren. Danach:

Den Datenträger nach erfolgreicher Sicherung abziehen und außer Haus sicher aufbewahren.

Während ein Datenträger für die nächste Sicherung in der Praxis ist, bleibt der andere außer Haus. So bleibt eine Kopie räumlich getrennt und offline. Das Abziehen und Mitnehmen gehört zum Sicherungstermin. Eine Festplatte, die anschließend dauerhaft am PC hängt, verliert ihren Schutz vor einem Zugriff durch Schadsoftware.

Was Sie zusätzlich einmal einrichten

Endpoint Protection gehört auf den Arbeitsrechner. Aktuell halten und auf Warnmeldungen reagieren, statt sie wegzuklicken. RAID 1 und USV sind sinnvoll, wenn Sie ohnehin neu anschaffen. Die Spiegelung kann den Betrieb beim Ausfall einer Platte aufrechterhalten. Eine USV reduziert das Risiko eines harten Abschaltens, wenn das automatische Herunterfahren korrekt eingerichtet und getestet ist. Details im Artikel zu RAID 1 und USV in der Praxis. Warten Sie mit der ersten Sicherung nicht auf neue Hardware.

Sinnvoller Ausbau und das verbleibende Risiko

Ein einfaches Backup, das tatsächlich jede Woche durchgeführt wird, ist besser als ein perfektes Backup-Konzept, das im Praxisalltag niemand konsequent umsetzt.

Der Preis dieses Kompromisses: Selbst wenn die letzte geplante Sicherung erfolgreich und nutzbar ist, können bis zu einer Arbeitswoche an Dokumentation, Befunden und Abrechnung fehlen. Ist sie ausgefallen oder beschädigt, kann der Verlust größer sein. Wer dieses Risiko nicht tragen kann, braucht einen häufigeren Ablauf.

Der nächste sinnvolle Schritt ist eine tägliche automatische Sicherung, ergänzt durch 3-2-1 vollständig, Überwachung und regelmäßige Rücksicherungstests. Dabei kann der feste wöchentliche Handgriff für den Wechsel der externen Kopie erhalten bleiben. Bei einem Verlust des gesamten Standorts kann diese Kopie dann allerdings weiterhin bis zu einer Woche alt sein. Muss auch sie täglich aktuell sein, kann eine automatisch ausgelagerte, gegen Änderungen geschützte Sicherung den Transport ersetzen.


Zwei bis drei Arbeitsplätze

Ein Haupt-PC übernimmt faktisch die Serverrolle, ein oder zwei weitere Arbeitsplätze greifen darauf zu.

Wenn zwei oder drei Arbeitsplätze davon abhängen, ist dieser Rechner für den Betrieb faktisch bereits ein Server.

Er sieht aus wie ein normaler PC und steht vielleicht unter der Theke. Fällt er aus, steht die gesamte Praxis.

Ein einfacher Einstieg: zwei feste Sicherungstermine pro Woche, beispielsweise dienstags und freitags nach dem Kassenabschluss. Derselbe vorbereitete Ablauf wie beim Einzelplatz, zwei verschlüsselte Wechseldatenträger, Ergebnis notieren und die fertige Kopie außer Haus bringen. Eine Person ist zuständig, eine zweite kennt den Ablauf und übernimmt bei Abwesenheit. Beide müssen wissen, wen sie bei einer Fehlermeldung anrufen.

Auch zweimal pro Woche bleibt ein Kompromiss: Zwischen Freitag und Dienstag können mehrere Arbeitstage ungesichert bleiben. Ob das tragbar ist, entscheidet Ihre Antwort auf die Geschäftsfrage am Anfang. Automatisieren Sie möglichst viele Schritte schon bei der Einrichtung. RAID 1 und USV für den Hauptrechner sowie Endpoint Protection auf jedem Arbeitsplatz ergänzen die Sicherung.

Sinnvoller Ausbau: tägliche automatische Sicherung auf ein lokales NAS, automatische Auslagerung einer geschützten Kopie außer Haus und Überwachung. Ein dedizierter Server kann den PC in Doppelrolle ablösen. Lassen Sie zuerst die wiederkehrenden Handgriffe reduzieren: Ein Ablauf, der weniger Aufmerksamkeit verlangt, bleibt eher bestehen.

easyVET Server → lokales NAS / Backup Repository → externe Offsite-Kopie

Ein NAS ist noch kein Ransomware-Schutz

Ein separates NAS verbessert die Backup-Struktur, ist aber selbst kein vollständiger Schutz vor Ransomware.

Hat Schadsoftware Schreibrechte auf das NAS, kann sie auch die dortigen Sicherungen verändern. Was hilft: getrennte und eingeschränkte Zugangsdaten, geschützte Sicherungsstände und eine offline oder unveränderbar aufbewahrte Kopie. Gewöhnliche Snapshots allein bieten keinen verlässlichen Schutz, wenn ein Angreifer sie ebenfalls löschen kann. Die zusätzliche Kopie außer Haus bleibt für den Verlust des Standorts nötig.


Vier bis zehn Arbeitsplätze

Ein eigener easyVET-Server, mehrere Tierärzte, Rezeption, Verwaltung, spürbar größere Datenmengen durch Bilddaten. Ein Ausfall hat jetzt eine bezifferbare Geschäftswirkung.

Ab dieser Größe sollte die Datensicherung nicht mehr von manuellen Handgriffen des Praxisinhabers abhängen.

Mindestanforderungen: ein für die Serveraufgabe vorgesehenes System; RAID und USV; Endpoint Protection auf Server und Arbeitsplätzen; automatische nächtliche Sicherung, bei Bedarf häufiger; Überwachung der Läufe; automatische Meldung von Fehlschlägen an eine Adresse, die auch gelesen wird; eine offline oder unveränderbar aufbewahrte Kopie außer Haus; eine dokumentierte Wiederherstellungsanleitung, die auch jemand ausführen kann, der das System nicht gebaut hat.

Für den Praxisinhaber wird der Ablauf damit kürzer: Ein benannter Dienstleister überwacht die Sicherung und bearbeitet Fehler. Vereinbaren Sie, wer bei dessen Abwesenheit übernimmt und wann die Praxis über ein ungelöstes Problem informiert wird. Zur Überwachung gehört auch, dass ein erwarteter Sicherungslauf ganz ausbleibt. Eine automatische Fehlermeldung allein hilft nicht, wenn der Auftrag gar nicht startet.

Lokales Repository plus Offsite

easyVET Server → lokales NAS oder Linux Backup Repository → Offsite / Cloud Backup

Die lokale Sicherung läuft schnell über das Netzwerk, unabhängig von Ihrer Uploadrate, und gibt den Produktivserver schnell wieder frei. Das Auslagern nach außen übernimmt anschließend das Repository, auch tagsüber. Eine Wiederherstellung greift zuerst auf die schnelle lokale Kopie zu statt auf einen mehrstündigen Download.

Ein Linux-basiertes Sicherungsziel bringt zusätzlich eine Trennebene, weil Schadsoftware mit Windows-Ziel dort nicht ohne Weiteres greift. Getrennte Zugangsdaten und unveränderbare Sicherungen ersetzt das nicht.

Virtualisierung

In dieser Kategorie sehr empfehlenswert: easyVET läuft in einer virtuellen Maschine, Systemlaufwerk und Datenlaufwerk getrennt, die gesamte VM in größeren Abständen gesichert, die Daten häufiger. Beim Hardwaredefekt lässt sich die VM auf einen anderen Server übertragen, ohne Windows und easyVET neu zu installieren. Das kann die Wiederanlaufzeit deutlich verkürzen, wenn geeignete Ersatzhardware und ein getesteter Ablauf vorhanden sind.

Die Sicherung einer VM ersetzt nicht automatisch eine konsistente Sicherung der easyVET-Datenbank.

Ein VM-Snapshot allein garantiert keine konsistente easyVET-Datenbank. Welche Konsistenz erreicht wird, hängt vom Snapshot-Verfahren und von der Einbindung der Anwendung ab. Für easyVET muss der Sicherungsablauf die Anforderungen der eingesetzten Datenbankversion erfüllen; beschrieben im technischen Artikel.


Mehr als zehn Arbeitsplätze

easyVET ist hier ein geschäftskritisches System: Rezeption, Tierärzte, Verwaltung, Terminplanung, Akten, Historie und Rechnungsstellung hängen gleichzeitig daran. Die Leitfrage lautet nicht mehr „Haben wir ein Backup?", sondern:

Wie schnell können wir nach einem Totalausfall wieder arbeiten?

Unverzichtbar: ein für die Serveraufgabe vorgesehenes System, RAID und USV, professionelle Endpoint Protection, automatische nächtliche Sicherung oder kürzere Intervalle entsprechend dem akzeptablen Datenverlust, lokales Recovery-Repository, automatische Auslagerung in ein gegen Änderungen geschütztes Ziel außer Haus, Überwachung, Fehlerbenachrichtigung, dokumentierter Notfallprozess, regelmäßige Rücksicherungstests und festgelegte Obergrenzen für Datenverlust und Ausfallzeit.

Virtualisierung ist hier meine klare Empfehlung: Sie erleichtert den Wechsel auf einen vorbereiteten Ersatz-Host und die vollständige Wiederherstellung. Entscheidend ist, dass die gewählte Lösung die festgelegte Wiederanlaufzeit nachweislich erreichen kann.

Der monatliche Restore-Test

Die wichtigste Einzelmaßnahme aus dieser Liste:

Mindestens einmal im Monat sollte eine Wiederherstellung der easyVET-Datenbank testweise durchgeführt werden.

Ein erfolgreicher Sicherungslauf allein beweist nicht, dass easyVET mit den gesicherten Daten wieder funktioniert. Welche Prüfungen die Sicherungssoftware durchführt, hängt vom Produkt und seiner Konfiguration ab.

Ein brauchbarer Test läuft nie auf dem Produktivsystem, sondern in einer Testumgebung. Er endet nicht beim Zurückkopieren von Dateien, sondern prüft, ob die Datenbank tatsächlich öffnet und easyVET mit den Daten arbeitet. Und er wird protokolliert, mit Datum, Ergebnis und benötigter Zeit. Diese Zeit ist gleichzeitig Ihre belastbare Wiederanlaufzeit, die Sie sonst nur schätzen.

Bei einem Totalausfall kann die Sicherung die letzte vollständige Kopie Ihrer Patienten- und Praxisdaten sein. Deshalb reicht es nicht, Sicherungen zu erstellen. Man muss regelmäßig beweisen, dass sie sich zurückspielen lassen.

Für vier bis zehn Arbeitsplätze ist ein Test mehrmals im Jahr ein vertretbarer Kompromiss. Ab zehn: monatlich.

Zweitsystem

Je nach Ausfallkosten: ein zweiter Virtualisierungs-Host, Replikation der VMs, halbautomatischer Schwenk auf das Ersatzsystem oder schlicht vorbereitete Ersatzhardware. Kein pauschales Muss:

Ob ein zweiter Server wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt davon ab, was eine Stunde oder ein Tag Ausfall Ihre Praxis kostet.

Genau dafür haben Sie die beiden Zahlen aus dem ersten Abschnitt. Legen Sie sie Ihrem Dienstleister vor und lassen Sie sich die Ausbaustufen gegenrechnen.


Vier Verwechslungen, die teuer werden

RAID              ≠ Backup
NAS               ≠ automatisch ein Backup
Cloud-Sync        ≠ automatisch ein Backup
„Job erfolgreich" ≠ Wiederherstellung garantiert

RAID schützt gegen den Ausfall einer Festplatte, sonst nichts. Nicht gegen versehentliches Löschen, beschädigte Datenbanken, Ransomware, Feuer oder Diebstahl: Was Sie um 9:14 Uhr löschen, ist um 9:14 Uhr zweimal gelöscht. Das ist der verbreitetste Denkfehler und der mit den unangenehmsten Folgen, weil er echtes Sicherheitsgefühl erzeugt.

Ein NAS ist ein Speicherziel, auf dem Backups liegen können. Versionierung und getrennte Zugriffsrechte machen diese Sicherungen widerstandsfähiger. Auch ein dauerhaft verbundener USB-Datenträger kann von Ransomware erreicht werden.

Cloud-Synchronisation repliziert Ihren aktuellen Stand, einschließlich Löschungen und Verschlüsselungen. Ohne Versionierung mit ausreichender Aufbewahrungstiefe ist sie kein Backup, sondern eine zweite Kopie desselben Schadens.

Ein erfolgreich gemeldeter Sicherungslauf ist noch kein Nachweis für ein wiederherstellbares System. Dafür muss die Wiederherstellung ausprobiert werden.


Was soll ich meinem IT-Betreuer sagen?

Wenn Sie den Ablauf einrichten oder ausbauen lassen, können Sie diese Liste in eine E-Mail kopieren. Sie beschreibt das Ziel für die Betreuung; die einfachen Einstiegsroutinen oben erreichen noch nicht jeden Punkt.

Bitte stellen Sie sicher, dass:

  • die wenigen nötigen Handgriffe verständlich dokumentiert sind und eine verantwortliche Person samt Vertretung feststeht;
  • easyVET täglich und automatisch gesichert wird, bei Bedarf häufiger;
  • die vollständige easyVET-Installation sowie separat gespeicherte Bilder, Dokumente und DICOM-Daten erfasst werden;
  • die Sicherung nicht ausschließlich auf demselben Server liegt;
  • mindestens eine Kopie offline oder wirksam gegen Änderungen geschützt aufbewahrt wird;
  • es eine externe Kopie außerhalb der Praxis gibt;
  • die Sicherungsmedien verschlüsselt sind und die Wiederherstellungsschlüssel auch nach Verlust des Servers sicher verfügbar bleiben;
  • mehrere Sicherungsstände mit einer festgelegten Aufbewahrungsdauer erhalten bleiben;
  • fehlgeschlagene und ausgebliebene Sicherungen erkannt werden und klar ist, wer sich darum kümmert;
  • die POET-Datenbank nach einem für die eingesetzte Version mit VetZ abgestimmten Verfahren konsistent gesichert wird, etwa mit sauber gestopptem Dienst oder korrekt eingerichtetem externen Backup-Modus einschließlich aller nötigen Vorbereitungsschritte;
  • Rücksicherungstests durchgeführt und protokolliert werden;
  • dokumentiert ist, wie easyVET nach einem Totalausfall wiederhergestellt wird;
  • festgelegt ist, wie viele Stunden Datenverlust maximal akzeptabel sind;
  • festgelegt ist, wie lange eine vollständige Wiederherstellung dauern darf.

Bitten Sie um eine schriftliche Antwort zu jedem Punkt. So wird sichtbar, was bereits eingerichtet ist und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Punkt Datenbankkonsistenz können Sie den technischen Artikel zur easyVET Datensicherung mitschicken.


Was hilft gegen was

SzenarioWas hilft
Eine Festplatte fällt ausRAID 1
Stromausfall, unsauberes AbschaltenUSV
Der gesamte PC oder Server fällt ausBackup
Ransomware verschlüsselt die Datengetrennte, offline oder unveränderbare Sicherung
Feuer, Wasser oder DiebstahlKopie außer Haus
Mitarbeiter löscht versehentlich Datenversionierte Sicherung mit ausreichender Historie
Die Sicherung selbst ist beschädigtmehrere Generationen + Restore-Tests
Der Produktivserver ist zerstörtvollständige Systemsicherung + geeignete Ersatzhardware; Virtualisierung erleichtert den Wechsel
Wiederherstellung trotz ausgefallener Internetverbindunglokales Backup-Repository

Gehen Sie die Tabelle einmal durch und markieren Sie die Zeilen, gegen die Sie heute nicht geschützt sind. Das ist Ihre Aufgabenliste, sortiert nach Ihrem eigenen Risiko.


Fazit

Wenn die letzte Sicherung lange zurückliegt, machen Sie den nächsten Schritt konkret: Wer übernimmt sie, nach welchem ohnehin stattfindenden Arbeitsschritt, und welcher Datenträger geht anschließend mit nach Hause? Schreiben Sie diese drei Antworten auf und lassen Sie den technischen Ablauf einmal vorbereiten.

Dann führen Sie die erste Sicherung durch und probieren aus, ob sich daraus tatsächlich etwas zurückholen lässt. Behalten Sie den festen Termin bei. Wenn er wiederholt ausfällt, ändern Sie den Ablauf: weniger Handgriffe, eine klare Vertretung oder mehr Automatisierung.

Eine wöchentliche Sicherung bleibt ein Kompromiss mit mehr möglichem Datenverlust. Sie kann aber der Anfang einer Gewohnheit sein, auf der sich aufbauen lässt. Die nächste Verbesserung sollte den Schutz erhöhen und Ihnen möglichst Arbeit abnehmen.

Das Ziel ist nicht das technisch aufwendigste Backup. Das Ziel ist, dass Ihre Praxis nach einem echten Ausfall mit möglichst wenig Datenverlust möglichst schnell wieder arbeiten kann.


Sollten Sie in diesem Artikel einen Fehler bemerken oder weitergehende Informationen benötigen, erreichen Sie mich unter contact@cyberdyne-srl.com.

Volodymyr Usarskyy

Volodymyr Usarskyy

Inhaber von CYBERDYNE SRL und Softwareentwickler mit umfassender Erfahrung in Enterprise-Projekten, Windows-Servern und der IT-Administration. Kunden in Deutschland, Österreich und den USA. easyVET-Administration seit 2020.

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